Impulse

Mein Weg zur Schwitzhütte

von Calls the People (Wolfgang)

Hallo zusammen,

Nadine  hat mich gefragt, ob ich aus meiner persönlichen Erfahrung über die Schwitzhütte einen Beitrag schreiben möchte. Das mache ich gerne. Es geht mir nicht darum, die Schwitzhüttenzeremonie zu erklären, ihr wisst, was das ist. Wer mit der Zeremonie noch nicht so vertraut ist, findet auf meiner Internetseite entsprechende Informationen.

Worüber also soll ich Menschen schreiben, die genau so viel wissen/ahnen/fühlen, wie ich? Okay, dann erzähle ich mal meine eigene, ganz persönliche Geschichte in der Hoffnung, dass sie der Einen oder dem Anderen Impulse geben kann.

Es ist Jahrzehnte her, mein allerbester Freund Fite kannte jemanden, der regelmäßig die Schwitzhüttenzeremonie durchführte. Das war Martin Adam. Martin war sehr gut mit Sun Bear vertraut, hat ihn in den 1980er Jahren bei vielen Vorträgen in Deutschland übersetzt. Sun Bear hat in der Folge Martin zum Wassergießer erklärt, Also zu jemandem, der autorisiert ist, diese Zeremonie durchzuführen.

Fite hat mich immer wieder angesprochen, mal zu Martin in eine Schwitzhütte zu kommen. Ich habe stets geantwortet, dass mich so eine esoterische Veranstaltung nicht interessiert. Fite hat sich davon nicht beeindrucken lassen und mich immer wieder eingeladen, einmal mitzukommen. Bis ich mit Fite zu einer Schwitzhütte zu Martin gefahren bin. Dort angekommen dachte ich “Ach Du Scheiße“, ich wollte nur wieder weg. Das ging aber nicht, da ich ja mit Fite mitgefahren war und ohne ihn nicht wegfahren konnte, was ich gerne getan hätte.

Also hatte ich mich entschlossen, offen und wertfrei an der Zeremonie teilzunehmen, mich zurückzunehmen und einfach nur zu erleben, was passiert. Stellt euch einem Moment meine Situation vor: Gar keine Ahnung davon, was hier gerade geschieht. November, nasskalt, es regnet. Außer Fite kannte ich niemanden. Dann gab es eine Reinigung mit Rauchschwaden, fremde Begriffe und Worte, klamme Klamotten, kalte Finger. Irgendwann saß ich endlich in der Schwitzhütte auf feuchtem und im wahrsten Sinne arschkalten Boden. Puh! Aufgeregt? Nein! Eher (an)gespannt. Dann kam der erste rot leuchtende Stein in die Hütte. Rumms, machte es in meinem Herzen. Sofort waren alle Zweifel, Fragen und (Vor)urteile hinweggefegt. Ich hatte das innere Bild, dass irgendeine Kraft einen ordentlich großen Schalter in mir umgelegt hatte. Das war einer der Momente in meinem Leben, wo ich im selben Moment sicher war: Ich komme wieder. Wann immer ich kann (ist auch so gekommen). Als alle Steine für die Einführungsrunde in der Hütte vor mir lagen und die Tür geschlossen wurde, erlebte ich eine völlig neue Dimension von “steinreich”. Die Ruhe, Entspanntheit und Klarheit, mit der Martin zu uns sprach, berührte mich genauso, wie die gesamte Situation.

Mit mir war etwas geschehen, von dem ich nicht gedacht hätte, dass mir so etwas geschehen könnte. Irren ist menschlich. Gut. Danach bin ich, wann immer möglich, zu Martin in die Hütte gefahren. Dann folgte, was folgen wollte: Kontakt zum Bärenstamm, bei anderen Wassergießer*innen in der Hütte, Martin wurde mein Schwitzhüttenlehrer, mehrmals im Jahr Schwitzhüttenteam-Treffen, Basisprogramm, Visionssuche, selber Schwitzhütten-Lehrer geworden.

In dieser Epoche habe ich parallel nebenberuflich eine mehrjährige Ausbildung zum Coach für Management und Organisation absolviert. Nicht, um als Coach zu arbeiten. Ich wollte lernen, vor allem über mich. Da entstand auch der Gedanke, professionelles Coaching und Schwitzhütte zu verbinden und in die Welt zu bringen. Zum Beispiel, um Teams wirklich zu verbinden oder Führungskräften über das von ihnen Denkbare hinaus zu sozialkompetenten “Häuptlingen“ zu inspirieren. Ich habe das nicht ernsthaft und konsequent angeboten, es aber offen kommuniziert. Das ist auf viel Interesse gestoßen, es ist aber kaum dazu gekommen, dass es jemand erleben wollte. Die gesellschaftlichen, voreingenommenen und für die Karriere “planbaren“ Aspekte haben das wohl ausgeschlossen. Gleichwohl hat es aber auch immer wieder mal Führungskräfte in meinen Schwitzhütten gegeben. Die haben das aber weniger für das berufliche, sondern für das persönliche Wachstum genutzt. Falls man das trennen kann.

Unter’ m Strich sehe ich, dass mein Weg mit der Schwitzhütte ein sehr kraftvoller, dankbarer, bereichernder und berührender Weg geworden ist. Ich freue mich sehr darüber, im Bärenstamm so viele Unterstützer*innen für meinen Pfad der Kraft kennengelernt zu haben.

Herzensgrüße

Wolfgang

Calls the People (diesen Namen gab mir 1995 John Two Birds)

www.schwitzhuetten.de

Wenn du ein Leben führst, das offen für die Lektionen ist, die das Universum dir zu bieten hat, kannst du dir sicher sein, dass die richtige Lektion immer zum richtigen Zeitpunkt kommen wird, ganz gleich, wer dein Lehrer oder was der Gegenstand deines Lernens ist.

– Sun Bear –