Bär*Innen

Hans-Hermann Ostermeyer – Oshy

Ich war Lehrer an einem Gymnasium in Hamburg als ich das Glück hatte, in meinen Ferien an dem großen Seminar von Sun Bear und dem Bear Tribe teilzunehmen, es war 1985 das erste dieser Art in Europa. Wie viele andere zu der Zeit war ich auf der Suche nach neuer Orientierung in meinem Leben und durch sein Buch „ Das Medizinrad“ war von Sun Bear bekannt, dass er von einem Weg mit großer Naturverbundenheit sprach. Das entsprach dem allgemeinen Trend, die politische Partei „Die Grünen“ war aber noch nicht gegründet.

Ich fuhr mit gespannter Vorfreude zum Seminar, hatte aber keine Ahnung davon, was mich dort erwartete. Sun Bear war ein charismatischer, liebevoller Mann, der uns in einer klaren und einfachen Sprache , in Geschichten und Bildern die Lebensweisen, Philosophien und Erfahrungen der „Nativ People“ Nordamerikas näher brachte. Ganz wesentlich war ihm, dass wir nicht versuchen sollten „Indianer“ zu werden, sondern unsere Beziehungen zu allen Teilen der Erde, zu Pflanzen, Tieren und Menschen zu vertiefen und uns selbst kennenzulernen und zu entwickeln, so dass wir das, was wir als unsere Stärken haben oder entwickeln in die Gemeinschaft einbringen können. Das Seminar bestand also nicht nur aus einer Folge von Vorträgen, sondern überwiegend aus praktischen Aufgaben und Zeit in der Natur, aus gemeinsamen Zeremonien, aus Gesang und Hineinfühlen in uns selbst. Sun Bear war es außerdem wichtig, dass wir unsere Abhängigkeiten erkennen und überwinden, so haben wir Kräuter gesammelt, verarbeitet und als Essenzutaten und Gesundheitshilfen verarbeitet, wir haben Wege ausprobiert, Lebensmittel haltbar zu machen und noch anderes auch das Feuermachen ist uns gelungen.

Diese Tage haben sehr viel in mir bewegt und mich verändert. Ich hatte gleich den Wunsch, dabei zu bleiben, Sun Bear und den Bear Tribe zu helfen und zu unterstützen. Ich habe begonnen, Vorträge und Seminare zu organisieren, weiter zu lernen, bis ich selbst Zeremonien und Programme leiten konnte.

In der Schule hat sich für mich auch Vieles verändert, aber anders als ich es zunächst gedacht hatte. An der Institution Schule war so schnell nichts zu ändern, aber ich hatte mich verändert. Mein Umgang mit den Schülern und Kolegen war direkter und intensiver geworden. Für die eigentlich wichtigen und bedeutenden Belange und Probleme der Kinder war im Unterrichtsalltag oftmals nicht ausreichend Raum und Zeit, so dass ich meine neuen Kenntnisse und Fähigkeiten eher auf Klassenausflügen, Projekttagen, Klassenfahrten und Studienreisen einbringen konnte. Das waren häufig bewegende Unternehmungen.

Sun Bear kam fast jedes Jahr einmal nach Deutschland für Vortrage, kürzere und längere Seminare. Die sich bildende Gemeinschaft hier traf sich aber darüber hinaus zu weiteren Zeremonien. Zum Beispiel zu Beginn der Jahreszeiten, zu Schwitzhütten, zu Pfeifenkreisen, zu Mondzeremonien, zu Visionssuchen, Frauen- und Männerkreisen. Ich habe viele solcher Treffen geleitet und wurde später Ausbilder für Leiter von Schwitzhütten, für Pfeifenträger und habe als Begleiter in unserem großen Seminar „Tanzen mit der Kraft“ mitgewirkt.

Nach Sun Bears Tod haben wir den Bärenstamm gegründet, weil all das, was wir erfahren, erlebt und bewegt haben, weiter gehen sollte. Ein Gremium aus zwei Frauen und zwei Männern, das Council, hat von Beginn an alle Aufgaben übernommen, die nötig waren, unseren Bärenstamm weiter zu führen. In diesem Council habe ich die ersten Jahre auch mitgearbeitet, bis mir Wabun Wind, die mit Sun Bear und dem Beartribe in Amerika gelebt hatte, die spirituelle Kraft Sun Bears für unsere Gemeinschaft, den Bärenstamm, übertragen hat. Seither bin ich der Medicine Chief des Bärenstammes und für die zeremoniellen Belange zuständig.

Es gibt jetzt in Deutschland mehrere Orte, an denen Treffen und Zeremonien stattfinden, weil es Menschen gibt, die aktiv geworden sind und dies anbieten. Auch bei mir zu Hause gab es früher jede Woche einen Pfeifen Kreis, es gab Vollmondzeremonien, Männerkreise und auch Schwitzhütten. Jetzt, wo ich älter geworden bin, ist es ruhiger geworden. Regelmäßig mache ich noch zwei Pfeifenseminare, eines für Beginnende , eines für Fortgeschrittene. Darüber hinaus gibt es nur noch Anfragen und Verabredungen zu Zeremonien und Vorträgen. Ich bin unter der Mail h2o(at)oshy.de zu erreichen oder mobil 0176 – 21 53 47 17.

Ich muss nicht mehr in der ersten Reihe stehen, aber ich kann noch. Alles, was man sich vorstellen kann oder was es gibt, braucht jemanden, der es macht und in die Tat umsetzt. So freue ich mich, dass es diesen Blog gibt, zu dem ich etwas beitragen kann. Mein Dank gilt Nadine, Hanna und Sebastian, die ihre Idee umsetzen.

Es ist jetzt eine Zeit, in der uns allen mehr als sonst klar wird, dass wir, jeder für sich und gemeinsam, neue Wege finden, kreieren und gehen müssen. – immer!

Oshy

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